Ein spannender Satire-Krimi, welcher sich so früh am Morgen nicht gleich jedem auf den ersten Blick erschließt. Es ist genial gemacht, es geht rasant weiter, aber lesen Sie selber: Fachkräftemangel in Deutschland oder Wo sind denn die Satiriker geblieben
Ein satirischer Beitrag von Marco von Fabiranum
Im monotonen Blätterwald der BRD ist es überall zu lesen: Der Mangel an Fachkräften!
Das Handwerk klagt, weil ihm der Nachwuchs fehlt. Krankenhäuser klagen über den akuten Personalmangel. Akademiker fehlen sowieso.
Ja, das ist wirklich schlimm. Aber – das haben Sie ja alles schon von Ihrer Tagesschau erfahren. Es ist nicht wirklich neu und deshalb soll das hier auch gar nicht weiter ausgeführt werden.
Ich mache mir viel mehr Sorgen darüber, dass uns im Lande die Satiriker ausgehen. Da ist weit und breit nichts – aber auch gar nichts mehr zu sehen!
„Halt!“, werden Sie jetzt vielleicht sagen, „das stimmt doch gar nicht!
Deutschland hat seinen Böhmermann!“
Jaahhh, wer auf Google das Wort „Satiriker“ eingibt, der wird von der Suchmaschine mit dem Böhmermännchen bedient. Aber mal ehrlich: Nur, weil er vor einigen Jahren sein infantil-vulgäres Schmähgedicht gratis mutig zum Besten gab, ist der Mann doch kein guter Satiriker. Eher ist er eine dekadente Witzfigur, welcher vom Gebührenzahler gut alimentiert im ZDF seine Kalauer abgeben darf. Noch! Insallah!
Da gab es früher ganz andere klangvolle Namen: Dieter Hildebrand oder Volker Pispers oder Thomas Freitag, oder auch das Duo Schmidt/Feuerstein und viele mehr.
Und was ist mit Lisa Fitz, Simone Solga oder Serdar Sumuncu?
Tatsächlich! Es gibt wirklich noch ein paar dieser aussterbenden Spezies. Nur müssen diese bisweilen aufpassen, nicht mit dem Verfassungsschutz aneinander zu rasseln. Denn Fake News und Hatespeech sieht die Regierung gerade gar nicht gern.
Aber, was rede und schwurbele ich hier herum? Natürlich gibt es noch Satiriker! Natürlich sterben die hier nicht mir nichts, dir nichts einfach so aus. Man muss nur genau hinschauen! Dann kann man sehen, dass das Land sich mit Satire nur so überbietet.
Ja, man muss nur hinschauen. Das ist wahrlich nicht einfach, denn so ein Satiriker ist heutzutage ganz und gar nicht leicht zu erkennen. Das liegt daran, dass die Satire seit Jahren in sehr, sehr ernstem Gewandt daher kommt. Wer denkt schon am Abend um 20:00 Uhr – und das ausgerechnet in Deutschland – daran, dass im Ersten Programm die lustigste Sendung des Tages läuft.
Ja, das haben die uns auch überhaupt nicht gesagt! Nee, nix haben die uns gesagt, dass da was Lustiges kommt. Im Jahr 2020 gab es eine Umstellung im Programm und die haben das dem Fernsehzuschauer überhaupt nicht mitgeteilt. Die Mehrheit der Deutschen denkt immer noch, da werden um 20:00 Nachrichten ausgestrahlt. Dabei ist das allerbeste Satire – allerbeste Komik vom Feinsten!
Satire läuft bei der ARD aber nicht erst ab 20:00 Uhr – nein, die beginnt schon ganz früh am Morgen – im Fernsehen und im Internet – den ganzen Tag.
Kleine Kostprobe gefällig:
Am Morgen des 07.12.2022 veröffentlichte die Seite „Tagesschau.de“ folgenden Artikel mit der Überschrift:
„Razzia wegen geplanten Staatsstreichs“ 
Die Überschrift kommt wie eine herkömmliche Nachricht daher. Und auf den ersten Blick erschrickt sich der Leser ganz bestimmt. Denn er weiß ja nicht, dass es sich um reine Satire handelt. Es ist beabsichtigt. Als Nachricht klingt die Überschrift schrecklich. Sie soll erst einmal Panik erzeugen, um das, was dann kommt – nämlich das Komische – zu überdecken. Mit der Pointe entspannt sich die Geschichte und löst sich in herzhaftem Gelächter auf. Zuerst wird das Publikum mit Überspitzungen in die Irre geführt und dann wird mit pointiertem Widerspruch aufgelöst – das gängige Schema eines guten politischen Kabaretts.
Ich will Ihnen die medial noch unbekannten Autoren nicht vorenthalten. Um den Text nicht unmittelbar als Satire zu entlarven, hatten sich die drei Satiriker als „ARD-Terrorismusexperten und ARD-Rechtsexperten“ getarnt. Ein echter Clou, welcher für die notwendige Authentizität sorgt, damit der Spannungsbogen aufgebaut werden kann. Es handelt sich bei den Autoren um drei Ghostwriter, welche ihre Texte für den eigentlich im Rampenlicht stehenden Satiriker schreiben: Götschenberg, Schmidt und Bräutigam – diese Talente muss man sich merken – von denen werden wir bestimmt noch viel hören.
Die drei sind das intellektuelle Herz und Hirn dieser Geschichte. Und obwohl diese Ghostwriter ganz alleine diese Geschichte schrieben, welche uns so herzhaft zum Lachen brachte, wollen wir auch den Kopf dieser Satire-Truppe nicht unerwähnt lassen.
Es ist Nancy Faeser! Na!?? Wer hätte das gedacht? Doch Nancy bleibt erst einmal nur im Hintergrund.
Fachkräftemangel in Deutschland oder Wo sind denn die Satiriker geblieben
Nun wollen wir zur eigentlichen Geschichte kommen. Ein spannender Satire-Krimi, welcher sich so früh am Morgen nicht gleich jedem auf den ersten Blick erschließt. Es ist genial gemacht, es geht rasant weiter, aber lesen Sie selber:
Eine bewaffnete Gruppe aus Reichsbürgern und Querdenkern soll laut ARD-Hauptstadtstudio und SWR einen Staatsstreich geplant haben. Unter den 52 Beschuldigten sind Ex-Elitesoldaten und eine frühere AfD-Bundestagsabgeordnete.
In den frühen Morgenstunden haben die Ermittler zugeschlagen: Spezialkräfte der Polizei stürmten Wohnungen der Beschuldigten, vollstreckten 25 Haftbefehle und begannen mit umfangreichen Durchsuchungsmaßnahmen.
Die Bundesanwaltschaft wirft rund 50 Frauen und Männern vor, eine terroristische Vereinigung gebildet zu haben, um die verfassungsmäßige Ordnung der Bundesrepublik Deutschland zu beseitigen und einen Staat nach Vorbild des Deutschen Reichs von 1871 zu errichten………..

Sorry, sorry, sorry… Ich muss die Geschichte hier leider unterbrechen. Der eine oder andere Leser wird hier ein mulmiges Gefühl in der Bauchgegend bekommen. Und ich kann Ihnen als Leser versichern: Das ist völlig in Ordnung! Es ist berechtigt, wenn Sie ein mulmiges Gefühl bekommen. Andere Leser denken sich vielleicht: Was schreibt der Typ da für einen Mist? Putschversuche sind schließlich nicht lustig. Darüber macht man keine Witze und schon gar keine Satire.
Ja, ich sehe das ein, ich verstehe Ihre Kritik. Eine solche Geschichte so früh am Morgen von der Tagesschau serviert zu bekommen… das ist schon recht harter Tobak. Und dann komme ich mit meinem Text daher und behaupte, das alles sei nur eine komische Satire. „Geschmacklos!“, werden Sie sagen.
Aber bitte, bitte! Verstehen Sie mich doch richtig! Ich habe es doch nur gut gemeint und nun bin ich in der schrecklichen Lage, Ihnen den angekündigten und bereits zur Hälfte erzählten Witz auch noch erklären zu müssen. Dabei gibt es nichts langweiligeres, als dem Gegenüber den Witz auch noch erklären zu müssen. Witze sterben doch, wenn man sie erklärt.
Nein, nein, eine Satire kann und will ich nicht erklären müssen. Ich entschuldige mich bei Ihnen dafür, es überhaupt versucht zu haben.
Bitte, bitte, verzeihen Sie mir! Ok? Gut.
Ich begann diesen Artikel damit, dass Fachkräfte in Deutschland fehlen und dass ich mir große Sorgen mache, weil die Satiriker eine aussterbende Spezies ist. Im Verlauf versuchte ich zu erzählen, dass das so nicht ganz stimmt. Die Satire existiert weiterhin. Lediglich die altbekannten Personen sind nicht mehr da. Hildebrand – gestorben, Pispers – in Rente. Nun gibt es neue Personen, welche das, was wir früher als „Satire“ bezeichneten, auf ein völlig neues und viel höheres Level gehoben haben. Und „ja!“, das ist ein solch hohes Level, dass diese Satire und die ihr innewohnende wilde Komik kaum noch von jemandem verstanden wird. Die neuen Satiriker heißen Faeser, Scholz, Habeck, Lindner, uvm. Daneben gibt es hervorragende Stand-up-Comedians wie Baerbock und Lauterbach. Das ist alles High-Level-Comic vom Feinsten.
Aber es kostet Kraft. Sehr viel Kraft. Man kommt kaum hinterher. Während die Satiriker und Comedians der alten Garde maximal einmal im Jahr ein neues Programm auflegten, so hat sich das heutzutage rasant beschleunigt. Das Produktionstempo eines Herrn Lauterbach ist dermaßen schnell, dass er sich auf der Zeitachse bereits selber überholt hat. Konnten wir früher noch jeden Gag des Alt-Comedian Otto nachsprechen, so ist es uns heute unmöglich die Spontan-Komik einer Annalena Baerbock nachzusprechen. „Transporhuberbrauber“! Sprechen Sie das bitte einmal fehlerfrei nach. Denken Sie an „Molen“ oder an “hunderttausend Kilometer entfernte Länder”. Diese Genialität der neuen Garde von Satirikern und Comedians ist nicht mehr zu toppen.
Was bleibt? Heinrich Reuß, 71-jähriger Spross eines alteingesessenen Fürstenhauses aus dem heutigen Thüringen, wird unter dem Stichwort „Der Reuß-Putsch“ (oder nach Tichy: Der Operetten-Putsch) in die bundesdeutsche Geschichte eingehen. Die Geschichtsbücher werden dicker und dicker werden und der Innenministerin Fancy Nancy wird somit ein riesiges Denkmal gesetzt werden müssen. Denn sie hat es beinahe im Alleingang geschafft, den „Reuß-Putsch“ zu vereitelt.
Ich fordere Denkmäler!
Denkmäler überall, an jeder Gießkanne. Denkmäler gegen das Vergessen – Denkmäler gegen den Kampf gegen Rechts – Denkmäler gegen die Unschuldsvermutung und für die Demokratur.
Und hier nun exklusiv die „Eine-Milionen-Euro-Frage“ für Sie als Leser:
Handelt es sich bei der Tagesschau um:
a) eine Nachrichtensendung
b) ein Satire-Magazin
Hinweis: b) ist richtig
Gegendarstellung der ARD:
Im Artikel wird behauptet, dass es sich bei der Tagesschau um ein Satire-Magazin handelt. Nach Rücksprache mit unserer Abteilung „Faktencheck“ müssen wir das als Fake-News zurückweisen. Richtig ist, dass die ARD seit fast drei Jahren intensiv an der Fortsetzung des erfolgreichen Kinofilms „Idiocracy“ arbeitet. Hierfür bedarf es vielfältiger und diverser, lebensnaher Inhalte. Solche werden von der Tagesschau und dem Internetableger Tagesschau.de möglichst live und in Farbe festgehalten. Mit der Ausstrahlung des Films „Idiocracy II“ ist ab April 2025 zu rechnen.
Der Film „Idiocracy“ ist ein US-amerikanisches Doku-Drama aus dem Jahr 2006. Der Film zeigt eine Dystopie der Welt des Jahres 2505, in der eine geistig degenerierte Gesellschaft vor ihrem Ende steht.
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